Aktuell · Strompreise

Netzentgelte 2027 sinken im Schnitt, aber nicht überall in Österreich

Die E-Control hat am Donnerstag ihren Entwurf für die Netztarife 2027 vorgestellt. Im Durchschnitt sinken die Netzentgelte für Haushalte demnach um 3,6 Prozent. Bei einem Jahresverbrauch von 3.500 Kilowattstunden entspricht das einer Ersparnis von rund 15 Euro.

Veröffentlicht am 31.10.2026

Redaktionell geprüft am 31.10.2026

Ab dem kommenden Jahr führen die Netzbetreiber zudem ein neues Tarifsystem ein, bei dem nicht mehr nur die verbrauchte Strommenge zählt, sondern auch die bezogene Leistung. Dadurch wird das Laden von E-Autos mit voller Leistung oder der Betrieb von Wärmepumpen teurer, abhängig von der jeweiligen Einstellung. Die Umstellung läuft bis Mitte 2028, der genaue Zeitpunkt liegt beim jeweiligen Netzbetreiber. Mit dem neuen System rechnet die E-Control für einen Durchschnittshaushalt mit einer Ersparnis von 5,7 Prozent beziehungsweise 24 Euro im Jahr. Kundinnen und Kunden könnten die Kosten zusätzlich senken, etwa indem sie das Laden des E-Autos außerhalb von Spitzenzeiten verschieben.

Wie stark die Netzkosten sinken oder steigen, hängt stark vom Wohnort ab. In Niederösterreich sinken die Tarife im kommenden Jahr um zwölf Prozent, in Kärnten steigen sie um 9,6 Prozent. Auch in Oberösterreich, Linz und Graz werden die Netzentgelte teurer, während sie in der übrigen Steiermark sinken. Anders als den Stromanbieter kann man den Netzbetreiber nicht wechseln.

Aus der Politik kamen unterschiedliche Reaktionen: Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) und SPÖ-Energiesprecher Alois Schroll begrüßten die Reform, FPÖ-Energiesprecher Paul Hammerl sprach dagegen von einer „billigen Werbenummer“.

Was das für Haushalte bedeutet

Ob die eigene Stromrechnung günstiger wird, hängt vom Netzbetreiber und damit vom Wohnort ab. Wer große Verbraucher wie E-Auto-Ladung oder Wärmepumpe künftig gezielt außerhalb von Spitzenzeiten nutzt, kann mit dem neuen System zusätzlich sparen.

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