Energiegemeinschaften

So funktioniert eine Energiegemeinschaft

Nachbarn teilen Sonnenstrom über das ganz normale Stromnetz. Wer mitmacht, zahlt für diesen Strom weniger Netzgebühren. Hier sehen Sie in drei Minuten, wie das geht und ob es sich für Sie lohnt.

  1. Der Strom fließt wie immer. Neu ist nur, wie er verrechnet wird: Der Netzbetreiber ordnet den Sonnenstrom der Nachbarn Ihnen zu.
  2. Je näher, desto günstiger. Für geteilten Strom zahlen Sie weniger Netzgebühren und keine Elektrizitätsabgabe.
  3. Ihr Stromvertrag bleibt. Die Gemeinschaft liefert nur dazu, meist tagsüber. Den Rest liefert Ihr Anbieter wie bisher.

Ein Tag in der Gemeinschaft

Ein Beispiel mit vier Haushalten. Alle kW-Werte sind Beispielwerte.

Schritt 1 von 3 · 12 Uhr

Familie Huber erzeugt mehr, als sie verbraucht

Die PV-Anlage auf Hubers Dach liefert 6 kW, im Haus laufen gerade 1 kW. Die übrigen 5 kW gehen ins Netz, wie bei jeder PV-Anlage. Weil Familie Berger und die Bäckerei Lang zur selben Gemeinschaft gehören, wird dieser Strom ihnen zugerechnet.

Physikalisch nimmt der Strom den kürzesten Weg. Die Gemeinschaft ändert nur, wer ihn bezahlt und an wen.

12 Uhr, Sonne (Beispiel)
  • gibt ab
    Familie HuberPV-Anlage, 6 kW gerade
    braucht 1 kW, eigener Strom
  • bezieht
    Familie Bergerkeine PV-Anlage
    2 kW, ganz aus der Gemeinschaft
  • bezieht
    Bäckerei Langkeine PV-Anlage
    4 kW, davon 3 aus der Gemeinschaft
  • nicht dabei
    Wohnung Novaknicht Mitglied
    1 kW, alles vom Anbieter
Öffentliches Stromnetz: Hubers Überschuss geht an die Mitgliederaus der Gemeinschaftvom Stromanbieter

Familie Berger, ein Monat mit 300 kWh (Beispiel)

Angenommen, 90 der 300 kWh kommen aus der Gemeinschaft. Dann bekommt Familie Berger drei Belege:

  • Rechnung der Gemeinschaft90 kWh Sonnenstrom von Huberzum Preis der Gemeinschaft
  • Rechnung des Stromanbieters210 kWh, der RestVertrag läuft weiter wie bisher
  • NetzrechnungFür die 90 kWh weniger Netzgebührmacht der Netzbetreiber automatisch

Fünf Wege, Strom zu teilen

Wie viel Sie sparen, hängt vor allem davon ab, wie nah die Mitglieder beieinander sind. Je weniger Netz der Strom braucht, desto weniger Netzgebühr fällt an.

Fünf Wege, Strom zu teilen
MerkmalLokalgleicher TrafoRegionalgleiches UmspannwerkÖsterreichweitBürger­energie­gemeinschaftPeer-to-Peerseit 1. Oktober 2026Im HausGemeinschaftliche Erzeugung
Wer teilt mit wemNachbarn im selben Ortsteilmehrere Gemeinden einer RegionMitglieder in ganz Österreichzwei Haushalte, etwa Eltern und KinderWohnungen in einem Gebäude
Netzgebühr auf geteilten Stromermäßigtermäßigtvolle Gebührvolle Gebührkeine, Strom bleibt im Haus
Elektrizitätsabgabe und Förderbeitragentfallenentfallenfallen anfallen anje nach Anlage
Organisiert alsVerein oder GenossenschaftVerein oder GenossenschaftVerein, oft über eine PlattformVertrag zwischen zwei ParteienVertrag der Bewohner, oft über die Hausverwaltung
Gut fürgrößte Ersparnisgute Ersparnis, leicht zu findenwenn es nichts in der Nähe gibtFamilie mit PV versorgenMehrparteienhaus mit PV-Dach

Netzgebühr meint das Netznutzungsentgelt für den geteilten Strom. Den genauen Abschlag legt die Systemnutzungsentgelte-Verordnung fest.

Passt das zu mir?

Drei Fragen, dann wissen Sie, welcher Weg für Sie in Frage kommt.

Haben Sie eine PV-Anlage?
Haben Sie schon einen Smart Meter?
Was ist Ihnen am wichtigsten?
Ihr WegEine lokale oder regionale Gemeinschaft

Als Abnehmer sind Sie gesucht: Die meisten Gemeinschaften haben mehr Erzeuger als Verbraucher. Sie sparen beim Energiepreis und bei den Netzgebühren, Ihr Stromvertrag bleibt.

So treten Sie bei

Was Sie vorher wissen sollten

Muss ich meinen Stromvertrag kündigen?

Nein, Ihr Stromvertrag bleibt. Sie wechseln nicht den Anbieter. Die Gemeinschaft liefert nur dazu, der Rest kommt wie bisher.

Wie viel Strom kommt aus der Gemeinschaft?

Nur ein Teil, meist tagsüber, wenn die Sonne scheint. Rechnen Sie vorsichtig mit einem Viertel Ihres Verbrauchs.

Können sich die Preise ändern?

Ja. Die Gemeinschaft legt ihre Preise selbst fest. Achten Sie darauf, wann sie zuletzt geändert wurden und wie lange Sie gebunden sind.

Kann ich bei mehreren Gemeinschaften mitmachen?

Ja, Sie können bei mehr als einer mitmachen. Wie der Strom aufgeteilt wird, regelt der Teilnahmefaktor.

Wer bekommt meine Verbrauchsdaten?

Der Netzbetreiber gibt Ihre Viertelstundenwerte erst weiter, wenn Sie das in seinem Portal freigeben.

Bekomme ich eine zusätzliche Rechnung?

Ja. Von der Gemeinschaft kommt eine eigene Rechnung, als Einspeiser eine Gutschrift, monatlich oder quartalsweise.

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