Balkonkraftwerk

Balkonkraftwerk in Österreich: Was erlaubt ist und was es bringt

Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Solaranlage zum Anstecken. Sie liefert Strom direkt in die Wohnung und senkt die Stromrechnung. Hier steht, was in Österreich gilt, was es an Ihrem Ort bringt und worauf Sie beim Kauf achten.

  1. Bis 800 Watt geht es einfach. Der Wechselrichter darf höchstens 800 Watt ins Hausnetz abgeben. Dann brauchen Sie keine Genehmigung und keinen Elektriker für den Netzanschluss.
  2. Melden, nicht beantragen. Sie melden das Gerät spätestens zwei Wochen vor dem ersten Einschalten beim Netzbetreiber. Das kostet nichts.
  3. Selbst verbrauchen zählt. Strom, den Sie nicht gleich verbrauchen, geht ohne Bezahlung ins Netz. Gespart ist nur, was Ihre Geräte gerade brauchen.

Was ein Balkonkraftwerk bringt: Beispiel Wien

Ein Set mit 900 Wp, senkrecht am Balkongeländer nach Süden, in einem Haushalt mit 3.000 kWh Verbrauch im Jahr. Das sind Annahmen; im Rechner setzen Sie Ihre eigenen.

Strom von den Modulen im Jahr
740 kWh
davon selbst genutzt (57 %)
420 kWh
gespart im ersten Jahr
115 €
bis die 400 € für das Set wieder herinnen sind
rund 3 Jahre

Gerechnet mit dem Standardtarif im Netzgebiet, ohne Vergütung für den Überschuss, einem geschätzten Setpreis und 2 % Strompreisanstieg im Jahr. Für Ihren Ort und Ihr Set rechnen →

In fünf Schritten zum Balkonkraftwerk

  1. Platz prüfenEin Platz, an dem die Module von Vormittag bis Nachmittag Sonne haben: Balkongeländer, Terrasse, Garten, Garagendach oder Wand. Süd ist am besten, Ost oder West bringen etwas weniger. Montage und Ertrag
  2. Zustimmung klärenIn der Mietwohnung fragen Sie den Vermieter. In der Eigentumswohnung verständigen Sie die Miteigentümer; wer nicht binnen zwei Monaten widerspricht, stimmt zu. Miete und Eigentum
  3. Set auswählenWichtiger als das Modul ist eine stabile Halterung für Ihren Platz. Der Wechselrichter braucht einen Nachweis, dass er den österreichischen Netzregeln (TOR) entspricht. Sets und Speicher im Vergleich
  4. Beim Netzbetreiber meldenMeist online, spätestens zwei Wochen vor dem ersten Einschalten. Kommt kein begründeter Einwand, dürfen Sie loslegen. Anmelden Schritt für Schritt
  5. Anschließen und versichernLassen Sie den Stromkreis vorher prüfen, besonders im Altbau, und melden Sie das Gerät Ihrer Haushalts- und Haftpflichtversicherung. Schuko, Wieland oder Festanschluss

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Häufige Fragen

Dürfen die Module mehr als 800 Watt haben?

Ja. Die Grenze gilt für die Leistung, die der Wechselrichter ins Hausnetz abgibt. Viele Sets haben 900 bis 2.000 Watt Modulleistung, das bringt an trüben Tagen und morgens und abends mehr. Einzelne Netzbetreiber, etwa in der Steiermark, verlangen im einfachen Verfahren aber auch bei den Modulen höchstens 800 Watt. Fragen Sie vor dem Kauf nach.

Bekomme ich Geld für den Strom, der ins Netz geht?

Nein. Ein Balkonkraftwerk hat keinen eigenen Zählpunkt und keinen Einspeisevertrag, der Überschuss geht ohne Vergütung ins Netz. Darum lohnt es sich vor allem, wenn tagsüber Geräte laufen: Kühlschrank, Router, Homeoffice, Waschmaschine.

Darf ich zwei Balkonkraftwerke anschließen?

Nur wenn beide zusammen höchstens 800 Watt abgeben. Zwei Geräte mit je 400 Watt gehen, zwei mit je 800 Watt nicht: Dann gilt die Anlage als normale PV-Anlage mit Elektriker und Netzanschlussverfahren.

Brauche ich einen neuen Stromzähler?

Meist nicht. Ein Smart Meter zählt richtig. Alte Drehscheibenzähler ohne Rücklaufsperre tauscht der Netzbetreiber nach Ihrer Meldung aus, kostenlos.

Lohnt sich ein Speicher?

Er lässt Sie abends mehr vom eigenen Strom nutzen, kostet aber oft mehr als das Set selbst. Ob er sich in seiner Lebensdauer bezahlt macht, hängt vom Verbrauch am Abend ab. Speicher ja oder nein

Gibt es eine Förderung?

Vom Bund und den meisten Ländern nicht. Einzelne Gemeinden zahlen einen Zuschuss. Förderung