Wie wandelt eine Photovoltaikanlage Sonnenlicht in Strom um?
Das Herzstück jeder PV-Anlage sind Solarzellen aus einem Halbleitermaterial, meist Silizium. Trifft Sonnenlicht auf diese Zellen, lösen die Lichtteilchen (Photonen) Elektronen aus ihrer Bindung und setzen sie in Bewegung. Dieser sogenannte photoelektrische Effekt erzeugt einen Gleichstrom, der über Kontakte an der Zelle abgegriffen wird. Mehrere Zellen werden zu einem Modul verschaltet, mehrere Module wiederum zu einer Anlage. Da Gleichstrom im Haushalt und im öffentlichen Netz nicht direkt verwendet werden kann, wandelt ein Wechselrichter ihn anschließend in Wechselstrom um. Erst dieser Wechselstrom lässt sich für Geräte im Haus nutzen oder ins Netz einspeisen.
Aus welchen Bauteilen besteht eine PV-Anlage?
Neben den Solarmodulen gehören mehrere weitere Komponenten zu einer funktionierenden Anlage. Das Montagesystem befestigt die Module sicher auf dem Dach oder an der Fassade und sorgt für die richtige Ausrichtung zur Sonne. Kabel verbinden die Module untereinander und führen den erzeugten Strom zum Wechselrichter. Ein Zähler erfasst, wie viel Strom die Anlage produziert, wie viel im Haus verbraucht und wie viel ins Netz eingespeist wird. Optional lässt sich ein Batteriespeicher ergänzen, der überschüssigen Strom zwischenspeichert, damit er auch am Abend oder bei bewölktem Himmel zur Verfügung steht. Ein Energiemanagementsystem kann zusätzlich steuern, wann Geräte wie eine Wärmepumpe oder eine Wallbox den Solarstrom bevorzugt nutzen.
Wie viel Ertrag bringt eine Solaranlage in den Bundesländern?
Wie viel Strom eine PV-Anlage tatsächlich liefert, hängt von Sonneneinstrahlung, Ausrichtung, Neigung und möglicher Verschattung ab. Die folgende Tabelle zeigt den typischen (medianen) Jahresertrag je installierter Kilowattpeak-Leistung in den österreichischen Bundesländern.
| Bundesland | Typischer Jahresertrag je kWp |
|---|---|
| Burgenland | 1.210 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Kärnten | 1.219 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Niederösterreich | 1.135 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Oberösterreich | 1.120 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Salzburg | 1.119 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Steiermark | 1.195 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Tirol | 1.134 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Vorarlberg | 1.152 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
| Wien | 1.177 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 |
Innerhalb eines Bundeslands schwankt der Ertrag zwischen einzelnen Gemeinden spürbar. In Tirol etwa reicht die Bandbreite von 713 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 bis 1.387 kWh pro kWp und JahrQuelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026, abhängig von Lage und Topografie. Allein für Niederösterreich flossen Daten aus 573Quelle: PV Portal – Auswertung PVGIS je Bundesland · geprüft 25.09.2026 Gemeinden in diese Auswertung ein, was zeigt, wie unterschiedlich die Bedingungen selbst innerhalb eines Bundeslands sein können.
Was passiert mit dem erzeugten Strom?
Der von der PV-Anlage erzeugte Strom wird zunächst für den Eigenverbrauch im Haushalt genutzt, etwa für Beleuchtung, Haushaltsgeräte oder eine Wärmepumpe. Wird gerade mehr Strom produziert als benötigt, fließt der Überschuss ins öffentliche Netz und wird von einem Energieversorger abgenommen. Reicht die Eigenproduktion nicht aus, etwa nachts oder bei wenig Sonne, bezieht der Haushalt wie gewohnt Strom aus dem Netz. Ein Batteriespeicher kann tagsüber erzeugten Überschuss zwischenspeichern und ihn zeitversetzt zur Verfügung stellen, wodurch sich der Anteil des selbst genutzten Solarstroms erhöht.
Worin unterscheiden sich Photovoltaik und Solarthermie?
Photovoltaik und Solarthermie nutzen beide Sonnenenergie, aber auf unterschiedliche Weise. Eine Photovoltaikanlage erzeugt elektrischen Strom, der für Geräte, Beleuchtung oder Heizsysteme wie Wärmepumpen verwendet werden kann. Eine Solarthermieanlage hingegen erwärmt über Kollektoren direkt Wasser oder ein Wärmeträgermedium und liefert damit Warmwasser oder Unterstützung für die Raumheizung. Wer sich für eine Anlage entscheidet, sollte den eigenen Bedarf an Strom gegenüber dem Bedarf an Warmwasser und Heizwärme abwägen, da beide Systeme unterschiedliche Zwecke erfüllen.
Nächste Schritte
Prüfen Sie zunächst die Eignung Ihres Dachs hinsichtlich Ausrichtung, Neigung und möglicher Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude. Holen Sie anschließend mehrere Angebote von Fachbetrieben ein, um Leistung, Komponenten und Kosten vergleichen zu können. Informieren Sie sich zudem bei der für Ihren Wohnort zuständigen Stelle über aktuelle Förderungen, etwa in der Photovoltaik-Förderung Wien. Wer in Salzburg oder Tirol plant, findet ergänzende Informationen zu Ablauf und Umsetzung in den Beiträgen Photovoltaik in Salzburg: Planung und Umsetzung und Photovoltaik Tirol: Anbieter, Kosten und Ablauf. Klären Sie abschließend mit Ihrem Netzbetreiber die Voraussetzungen für den Netzanschluss, bevor die Anlage montiert wird.
Häufige Fragen
Solarzellen im Modul wandeln Sonnenlicht mittels des photoelektrischen Effekts in Gleichstrom um. Ein Wechselrichter macht daraus Wechselstrom, der im Haushalt genutzt oder ins öffentliche Netz eingespeist wird. Ein Zähler erfasst dabei, wie viel Strom selbst verbraucht und wie viel eingespeist wird.
Auch ohne Speicher liefert die Anlage tagsüber Strom, der direkt im Haushalt verbraucht wird, etwa für Geräte oder eine Wärmepumpe. Überschüssiger Strom, der nicht sofort gebraucht wird, fließt ins öffentliche Netz. Ohne Speicher lässt sich der Sonnenstrom aber nicht für die Abendstunden aufbewahren.
Solarmodule erzeugen auch bei diffusem Licht Strom, allerdings mit geringerer Leistung als bei direkter Sonneneinstrahlung. Die genaue Ausbeute hängt von der Bewölkung, der Ausrichtung des Dachs und der Tageszeit ab. Über das Jahr gerechnet gleichen sonnige und bewölkte Tage einander teilweise aus.
Im Winter liefert eine Anlage aufgrund kürzerer Tage und flacherem Sonnenstand deutlich weniger Ertrag als im Sommer. Kälte selbst schadet den Modulen nicht, sie arbeiten sogar effizienter als bei Hitze. Schnee auf den Modulen kann die Stromproduktion vorübergehend verringern, bis er abgerutscht ist.
Nein, eine Photovoltaikanlage funktioniert auch ohne Speicher, indem der erzeugte Strom direkt genutzt oder ins Netz eingespeist wird. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil, ist aber technisch keine Voraussetzung für den Betrieb der Anlage. Die Entscheidung hängt vom individuellen Verbrauchsprofil ab.